Ralf Hüsing

Der agentische Workflow

In modernen Softwareprojekten entscheidet nicht die schiere Modellgröße über den Erfolg von KI-gestützter Entwicklung, sondern die Präzision des Kontexts und die Zuverlässigkeit der Qualitätskontrolle.

Wer autonome Coding-Agenten (wie Claude Code, Cursor, Cline oder Antigravity) blind auf große, gewachsene Codebasen loslässt, riskiert Token-Explosionen, schleichende Architektur-Drifts und Phantom-Abhängigkeiten.

Der hier vorgestellte Workflow verbindet vier spezialisierte Open-Source-Bausteine zu einem geschlossenen, sicheren Entwicklungs-Loop:

1. Kontext & Quellen2. Orchestrierung & Agenten3. Qualitäts-Gate & OutputCode-EditsFeedback-LoopScore ≥ 8MS SQL SERVER / ERPSqlToAi (MCP) →• Schema-Inspektion & Guard• PII-Scrambling & TokenisierungMARKDOWN-DOKU & REGELNKnowHowToAI (MCP) →• Hierarchischer Kontextabruf• Token-sparendes WissenC# SOLUTIONS & ASSEMBLIESSourceToAI (CLI) →• Offline AST-Extraktion• Strukturierte Markdown-FeedsProduct EngineerAI Orchestrator & DomänenexperteEXECUTION LAYERCoding-Agenten• Claude Code / Cursor / AGY• MCP-Tools autonom abrufen• Präzise Code-Transformation• Kontextbudget wahren• Keine HalluzinationenSteuerung & Prompt-DesignVolle Kontrolle beim Entwickler.NET 10 / ROSLYN & MCPAiNetLinter →• Kontext-Footprint & Größen• DRY- & Duplikat-Erkennung• Bann für Phantom-Deps• Flache Kontrollflüsse• Baseline-Ratchet für LegacySafeguard-Score (0–10)ZIELZUSTANDRobuste SoftwareWartbarer C#/SQL Enterprise-Code1. Fundierter KontextSchema & Doku ohne Datenverlust per MCP bereitgestellt2. Autonome BeschleunigungCoding-Agenten arbeiten zielgerichtet im Budget3. Deterministische QualitätRoslyn-Compiler-Gate verhindert Architektur-Drift

Die drei Phasen im Detail

1. Phase: Fundierter Kontext ohne Token-Verschwendung

Sprachmodelle halluzinieren, wenn ihnen präzises Domänen- und Strukturwissen fehlt — oder sie verlieren den Überblick, wenn man sie mit ungefiltertem Quellcode überflutet (Lost in the Middle). Drei Werkzeuge bereiten den Kontext offline und per MCP strukturiert vor:


2. Phase: Orchestrierung & Agenten-Steuerung

Im Zentrum steht die koordinierte Zusammenarbeit zwischen dem Product Engineer und den autonomen Coding-Agenten:


3. Phase: Deterministisches Qualitäts-Gate & Feedback-Loop

Generierter Code, der lediglich fehlerfrei kompiliert (dotnet build ✓), ist noch lange kein wartbarer Enterprise-Code. Sprachmodelle neigen zu verstreuten Konstanten, unbemerkten Code-Duplikaten und tiefer Verschachtelung.


Fazit: Kontrollierte Autonomie

Durch die Entkopplung von Kontext-Bereitstellung, agentischer Ausführung und automatischer Compiler-Prüfung entsteht ein robuster Entwicklungs-Loop:

  1. Keine Datenlecks & Halluzinationen: Relevante Schemata und Doku liegen granular per MCP vor.
  2. Maximale Entwickler-Geschwindigkeit: Wiederkehrende Implementierungs- und Refactoring-Schritte laufen automatisiert ab.
  3. Konstante Code-Qualität: Gewachsene Architekturen bleiben sauber, wartbar und langfristig zukunftssicher.